Funktion
Die Komponenten des Systems lassen sich in drei Gruppen unterteilen:
· Steuergerät
· Sensoren
· Stellglieder
Die Sensoren liefern die Eingangssignale für das Steuergerät, die Mikroprozessoren und feste Programmdaten enthält. Das Steuergerät berechnet die erforderlichen Ausgangsvariablen für die Stellglieder.
Erkennt das Steuergerät eine Funktionsstörung im System, die weder einen Motorschaden verursacht noch unkontrollierte Abläufe zur Folge hat, wird anstelle des fehlerhaften Parameterwertes ein Ersatzwert verwendet. Solche Ersatzwerte ermöglichen einen eingeschränkten Betrieb, so daß das Fahrzeug weiterhin gefahren werden kann. Ersatzwerte stehen für Kühlmitteltemperatur, Einspritzbeginn, Pedalstellung, Einspritzsteuerung und Motordrehzahl zur Verfügung.
Tritt zum Beispiel beim Motordrehzahlsensor eine Störung auf, wird der Ersatzwert aus den Zeitintervallen zwischen den Einspritzsignalen des Sensors für den Einspritzbeginn ermittelt.
Funktionsstörungen, die einen Motorschaden oder unkontrollierte Abläufe zur Folge haben können, bewirken die Abschaltung des Einspritzsystems durch das Steuergerät, wodurch der Motor abgestellt wird.
Die Ersatzwerte werden bei Verschwinden der Störung bzw. bei Reparatur sofort gelöscht und die eigentlichen Parameter wieder aktiviert.
Beginn der Einspritzregelung
Der Einspritzbeginn wird durch einen Einspritzsteller in der Einspritzpumpe reguliert. Ein Magnetventil verändert den Pumpeninnendruck an einer Seite des Einspritzstellers, wodurch ein bestimmter Einspritzbeginn festgelegt wird. In Aus - Stellung ist das Magnetventil geschlossen, woraus ein frühzeitiger Einspritzbeginn resultiert.
Der Ist - Wert des Einspritzbeginns wird dem EDC - Steuergerät vom Sensor für den Einspritzbeginns mitgeteilt.
Regulierung der Einspritzmenge
Die Regulierung der Einspritzmenge erfolgt durch einen Mengensteller in der Einspritzpumpe. Der Mengensteller wird durch einen Impuls mit variabler Impulsbreite betrieben, den das Steuergerät sendet. Ein elektromagnetischer Drehsteller betätigt daraufhin eine exzentrisch gelagerte Kugelnadel. Die Drehbewegung wird in eine lineare Bewegung umgewandelt, die auf das Steuerventil wirkt und auf diese Weise den Arbeitshub des Pumpenkolbens verändert (Einspritzmenge).
Die Stellung des Steuerventils wird durch den Positionssensor dem Steuergerät gemeldet. Bei Bedarf ist eine Verstellung der Spannung bis zum Erreichen der Nominalmenge möglich.
In Aus - Stellung wird das Mengenstellglied auf den Ausgangswert 0 zurückgesetzt.
Der Anlaßmengenregler reguliert die beim Anlassen und für die Erhöhung der Motordrehzahl erforderliche Einspritzmenge in Abhängigkeit zur Motortemperatur, Zeit und Motordrehzahl.
Die bei laufendem Motor eingespritzte Kraftstoffmenge bestimmt sich nach der Stellung des Pedalsensors, der Motortemperatur und der Drehzahl.
Motordrehzahlregulierung
Nach dem Anlassen (Pedalstellungssensor in Leerlaufstellung) wird die Leerlaufdrehzahlregulierung zugeschaltet, sobald eine bestimmte Motordrehzahl überschritten wird. Diese wird vom Steuergerät in Abhängigkeit von der Kühlmitteltemperatur bestimmt und damit auf einem konstanten Wert gehalten. Die Einstellung der Leerlaufdrehzahl kann mit TECH 1 erfolgen.
Die Begrenzung der maximalen Motordrehzahl erfolgt durch das Steuergerät mittels Reduzierung der Einspritzmenge.
Stabilisierung der Leerlaufdrehzahl
Die Stabilisierung der Leerlaufdrehzahl gleicht Unregelmäßigkeiten bei der Leistungsabgabe der einzelnen Zylinder infolge abweichender Kraftstoffmengeneinspritzung aus. Die Abweichungen werden durch eine geregelte Einspritzmengenkorrektur ausgeglichen, so daß eine konstante Leerlaufdrehzahl erreicht wird.
Minderung von Ratterbewegungen
Wird die Stellung des Gaspedals spontan verändert oder verändert sich plötzlich der Fahrbahnwiderstand, entstehen Schwingungen, die in Verbindung mit der Regulierungs - frequenz der Einspritzhydraulik zu Rattern führen können.
Das Motordrehzahlsignal besteht aus einer Serie von Impulsen, mit deren Hilfe sich auch Drehunregelmäßigkeiten am Schwungrad auswerten lassen. Diesen Unregelmäßigkeiten, die die Schwingungen verursachen, wird durch die Einstellung des Mengenstellgliedes begegnet.
Rauchbegrenzung
Bei hohen Umgebungstemperaturen und niedriger Luftdichte erfolgt eine Reduzierung der Vollast zur Verminderung der Rauchemission.
Überhitzungsschutz
Bei Überschreitung der zulässigen Kühlmitteltemperatur beim Fahren mit hoher Geschwindigkeit wird die Vollast reduziert (Motorschutz).
Abgasrückführung (AGR - System)
Die anteilmäßige Rückführung der Abgase im Teillastbereich senkt die Verbrennungstemperatur, um die Stickoxidbildung zu reduzieren.
Selbstdiagnose
Mit Hilfe der Selbstdiagnose können Fehler im EDC - System erkannt, auf Ersatzwerte zugegriffen und Notlaufprogramme aktiviert werden. Anschließend wird der Fehler gespeichert und kann mit TECH 2 ausgelesen werden.
Ferner wird die Fehlersuche erleichtert, indem aktuelle Eingänge und Ausgänge vom EDC - Steuergerät abgerufen werden.
Das EDC - System wird mit Hilfe von TECH 2 in Verbindung mit den "Prüfanleitungen" geprüft.