Allgemeines
Unter dem Ölverbrauch eines Verbrennungsmotors ist die Ölmenge zu verstehen, die als Folge des Verbrennungsvorgangs verbraucht wird. Auf keinen Fall ist Ölverbrauch mit Ölverlust gleichzusetzen, wie er durch Undichtigkeiten an Ölwanne, Zylinderkopfhaube usw. auftritt.
Aufgabe des Motoröls ist es:
- 1. aufeinander gleitende Flächen durch einen Ölfilm voneinander zu trennen, d.h. trockene Reibung zu verhindern,
- 2. die bei Reibung entstehende Wärme abzuführen,
- 3. Verbrennungsrückstände abzuführen.
Diese Aufgaben setzen einen gewissen Ölverbrauch voraus, d.h., die im Zuge der Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors vielfach gestellte Erwartung, ein Motor verbrauche kein Öl, entspricht nicht den Tatsachen. Einen Einfluss auf den Ölverbrauch haben die äußeren Betriebsverhältnisse, die Fahrweise sowie die Fertigungstoleranzen. Im Normalfall wird dieser Verbrauch allerdings so gering sein, dass zwischen den vorgeschriebenen Ölwechselintervallen kein oder nur ein geringfügiges Nachfüllen erforderlich ist. Eine absolute Notwendigkeit besteht jedoch dann, wenn der Ölstand unter die Markierung "MIN" am Ölmessstab abgesunken ist. Umgekehrt ist darauf zu achten, dass der Ölstand die obere Messstabmarkierung "MAX" nicht überschreitet, was einen überhöhten Ölverbrauch zur Folge hat.
Da Ölverbrauch technisch bedingt ist, lässt die Feststellung, dass ein Motor kein Öl verbraucht, auf durch besondere Betriebsverhältnisse bedingte Ölverdünnung schließen. Häufiger Kaltstart, fahren unterhalb der Betriebstemperatur usw. haben zur Folge, dass das zur Ölwanne zurückströmende Öl schwersiedende Kraftstoffteile und Kondensate mit sich führt, welche das Öl "verdünnen" und zu der falschen Annahme führen, der Motor verbrauche kein Öl.
Solchermaßen verdünntes Öl verliert an Schmierfähigkeit und kann bei Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Ölwechselintervalle zu Motorschäden führen. Überwiegender Stadtverkehr und häufiges, untertouriges Fahren bei kaltem Motor sind als Hauptursachen der Ölverdünnung anzuführen.
Da sich der Ölverbrauch erst nach einigen tausend Kilometern Fahrleistung stabilisiert, bringen Ölverbrauchsmessungen erst ab ca. 7500 km Laufstrecke reelle Ergebnisse. Vor einer Verbrauchsmessung ist sicherzustellen, dass der Motor nicht durch Undichtigkeiten Öl verliert.
Hinweis. Der Ölmessstab besitzt lediglich eine Kontrollfunktion und kann nicht zur Messung herangezogen werden. Grundsätzlich muss der Motor mind. 2 Minuten abgestellt sein, bevor man eine Ölstandskontrolle durchführen kann. Sollte nach einem Motorölwechsel die maximale Motorölfüllung mit dem Maximalstand des Ölmessstabes nicht übereinstimmen, so ist dies in den notwendigen Fertigungstoleranzen begründet.
Alle Angaben über den zulässigen Motorölverbrauch und die Füllmengen sind der Betriebsanleitung zu entnehmen.
Messmethode
- 1. Die Prüfung erfolgt bei waagerecht stehendem Fahrzeug mit betriebswarmem Motor (Motoröltemperatur mind. 80 °C).
- 2. Sofort nach Abstellen des Motors Motoröl ablassen – Ablasszeit ca. 30 Minuten (dieser Wert wurde versuchstechnisch ermittelt).
- 3. Die abgelassene Motorölmenge wird in einem Messbehälter 1) bestimmt und mit Frischöl auf die maximale Motorölfüllmenge, abzüglich des Volumens für den nicht gewechselten Motorölfilter, ergänzt.
- 4. Mit dieser Motorölmenge sollte der Kunde mindestens 1000 km zurücklegen, selbstverständlich ohne Motoröl nachzufüllen (Streckenprofil und Kundenfahrweise sollten beibehalten werden).
- 5. Danach wird die vorangestellte Prozedur (Punkt 1 und 2) mit exakt der gleichen Motorölablasszeit wiederholt.
- 6. Die jetzt in dem Messzylinder "fehlende" Motorölmenge ist gleichbedeutend dem Motorölverbrauch in Bezug auf die Laufstrecke.
- 7. Der Ölverbrauch errechnet sich somit folgendermaßen:
| eingefüllte Ölmenge (I) – abgelassene Ölmenge (I) | x 1000 = Ölverbrauch (l/1000 km) |
|---|---|
| tatsächlich gefahrene Strecke (km) |
1
) Messbehälter mit 1 bis 2 Litern Fassungsvermögen